Apple hat diese Woche die Kampagne „Switch to Safari“ gestartet: eine neue Webseite plus zwei YouTube-Videos, in denen der Konzern Safari als mächtigeren und privateren Browser als Chrome anpreist. Laut Apple hält ein Mac beim Video-Streaming mit Safari bis zu fünf Stunden länger durch als mit Chrome. Meine erste Reaktion war eine hochgezogene Augenbraue: Seit wann erklärt mir Apple höchstpersönlich, welchen Browser ich zu benutzen habe?
- Bis zu 5 Stunden mehr Video-Streaming auf dem Mac mit Safari statt Chrome, wie die Quelle angibt.
- Häufig besuchte Seiten lädt Safari nach Apples eigenen Angaben auf dem Mac um bis zu 35 % schneller.
- Zur Kampagne gehören eine Seite mit Vergleichstabelle zwischen Safari und Chrome samt Funktionen wie dem Lesemodus.
Ist Safari wirklich schneller als Chrome?
In Apples eigener Rechnung: ja. Häufig besuchte Seiten sollen auf dem Mac um bis zu 35 Prozent schneller laden, und beim Video-Streaming kommen laut Quelle bis zu 5 Stunden Akkuvorteil zusammen. Was mich stört: Es sind ausschließlich Apples Messwerte, ein unabhängiger Vergleich fehlt in der Meldung völlig. Ohne bekannten Testaufbau bleiben 35 Prozent erst mal eine Zahl im Raum, die leider ziemlich gut klingt.
Ist das Datenschutz oder cleveres Marketing?
Die Vorwürfe an Chrome sind konkret: Der Browser lasse mehr Drittanbieter-Tracker durch, die einen über Websites verfolgen, Daten sammeln und an Werbetreibende verkaufen, heißt es in der Kampagne. Außerdem merke sich Chrome nicht, welche Ablenkungen man lieber ausgeblendet hätte. Nachvollziehbare Punkte, beide. Meine Interpretation: Wer sein Geld nicht mit Werbung verdient, spielt beim Thema Datenschutz auf bequemem Terrain. Gut ist das Angebot trotzdem, nur eben nicht unabhängig belegt.
Wie 9to5mac.com zur Meldung schreibt, ist die Kampagne am 12. Oktober 2026 angelaufen. Die neue Seite stellt Safari und Chrome außerdem in einer Tabelle direkt gegenüber.
Kurz beantwortet
Was zeigt Apples neue Safari-Seite? Eine Vergleichstabelle Safari gegen Chrome, Argumente zu Akku, Tempo und Privatsphäre sowie Funktionen wie den Lesemodus.
Welchen Datenschutz-Vorwurf erhebt Apple? Chrome lasse mehr Drittanbieter-Tracker zu, die Nutzerdaten sammeln und an Werbetreibende verkaufen.
Bleibt die Frage für den eigenen Schreibtisch: Würdest du für die versprochenen 5 Stunden mehr Akkulaufzeit am Mac morgen von Chrome auf Safari wechseln, obwohl jeder einzelne Messwert dafür von Apple selbst stammt?