Deep Tech verdrängt Neobanks: Wie Risikokapital die Seite wechselte

Vor fünf Jahren bekam der US-Investor Akshay Mehra fast nur Pitches zu Marktplätzen, vertikaler Software und Neobanks zu sehen, heute stehen die kapitalhungrigen harten Naturwissenschaften im Zentrum der Risikokapital-Welt. Diese Verschiebung beschreibt er in einem Essay vom 29. September 2026 auf substack.com, das die neue Deep-Tech-Leidenschaft über zwei Jahrzehnte Technikgeschichte hinweg herleitet.

  • AlexNet gewann den ImageNet-Wettbewerb und drückte die Fehlerrate auf 15 Prozent, gegenüber rund 26 Prozent beim damals gültigen Stand der Technik, wie die Quelle angibt.
  • Das öffentliche Staunen über KI begann für Mehra 2022 mit ChatGPT; sein Großvater nannte es Magie.
  • Peter Thiels Spott über 140 Zeichen statt fliegender Autos ist über ein Jahrzehnt alt und laut Quelle inzwischen Konsens.

Warum waren die harten Naturwissenschaften vorher unattraktiv?

Kurze Antwort: Sie galten als das sprichwörtliche hässliche Entlein unter den Startup-Modellen, weil sie sehr viel Kapital binden, bevor überhaupt ein Produkt existiert. Marktplätze und Software von der Stange waren schneller und günstiger zu bauen. Mehra beschreibt den Wandel mit dem beliebten Satz aus der Branche: erst langsam, dann plötzlich. Der Anteil der klassischen Modelle sei deutlich gesunken, auch wenn sie sich langfristig behaupten.

Warum gilt ein Bilderkennungs-Wettbewerb als Startpunkt der KI-Welle?

Als Wendepunkt nennt die Quelle den Gewinn des ImageNet-Wettbewerbs durch AlexNet: Das Modell senkte die Fehlerrate auf 15 Prozent, während der bis dahin beste Ansatz bei etwa 26 Prozent lag, erreicht mit Grafikkarten. Daraus entstand die entscheidende Idee, dass neuronale Netze keine Obergrenze haben, sondern ein Skalierungsproblem, das sich über GPUs lösen lässt.

Was mich an dem Text packt: Mehra trennt das Staunen der Breite von der Arbeit dahinter. 2022 hielt sein Großvater ChatGPT für Magie, während die eigentliche Entwicklung, so die Quelle, Jahrzehnte lang abseits der Bühne lief. Beides zusammen erklärt den Hype besser als jede Prognose, und es erinnert daran, wie selten Außenwelt und Labor im selben Jahr aufwachen.

Eine Grenze hat der Essay aber. Er ist eine Beobachtung aus dem Investoren-Alltag, keine Studie: Konkrete Investitionszahlen oder Branchenstatistiken nennt die Quelle nicht, der Trend steht und fällt mit dem Eindruck aus dem eigenen Postfach. Für eine Aussage über den gesamten Markt dünn, für eine Stimmungslage genau deshalb glaubwürdig.

Kurz beantwortet

Wer schreibt das, und wann? Akshay Mehra, Risikokapitalgeber, der Essay erschien am 29. September 2026.

Welche Zahl bleibt hängen? 15 Prozent Fehlerrate bei AlexNet gegenüber rund 26 Prozent beim damaligen Stand der Technik, wie die Quelle angibt.

Ist der Wandel belegt? Nicht statistisch. Die Quelle liefert Anekdoten und eine persönliche Einschätzung, aber keine Finanzierungsdaten.

Der vollständige Essay steht auf substack.com.

Offen bleibt für mich eine sehr irdische Frage: Wer bezahlt eigentlich die Jahre, in denen ein Labor noch gar nichts vorweisen kann, während die Neobank-Gründer von damals Konzepte in Mappen schreiben, die niemand mehr öffnet?

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