Japan: Erstmals 100.000+ Menschen über 100

Japan hat zum ersten Mal mehr als 100.000 Menschen, die 100 oder älter sind: Das Gesundheitsministerium zählt laut der BBC-Meldung 107.677 Hundertjährige, die höchste Zahl weltweit, und 88 Prozent von ihnen sind Frauen.

Ich hab da erstmal kurz gezählt: 1963, als die Aufzeichnungen begannen, standen erst 153 Hundertjährige im Buch, so die Quelle. Heute 107.677. Das klingt, als hätte jemand den Zähler auf dem Demografie-Dashboard versehentlich zwei Stellen nach rechts gezogen. Kein Trend, ein Erdbeben, nur leiser.

Die Namen der Rekorde sind fast schon schön: Fuyo Kishimoto aus Kyoto ist mit 114 die älteste Frau des Landes, Hikaru Kato ist mit 112 der älteste Mann, wie die Meldung nennt. Meine Oma müsste sich deutlich anstrengen, um da dranzukommen. Und das soll keine Kleinigkeit sein, 114 Jahre am Stück durchzuziehen.

Was steckt überhaupt dahinter? Die Meldung, die diese Woche bei BBC erschienen ist, führt es auf eine gesunde Ernährung und einen aktiven Alltag zurück: weitergehen, öffentliche Verkehrsmittel nutzen, Rad fahren, sich strecken. Keine Wundermittel, nur Konsequenz über Jahrzehnte. Das ist die schöne Seite: langes Leben ist offenbar planbar. Die unbequeme Seite erklärt die Meldung nicht, aber sie liegt auf der Hand: Wer 107.677 Menschen über 100 versorgen, pflegen und finanzieren will, braucht ein System, das heute noch keine andere Nation so stark belastet.

Und ja, das wird in den nächsten Jahrzehnten unsere Rentenkassen, Kliniken und Pflegeheime beschäftigen, nicht nur die Forschung. Für alle, die Ende 20 sind wie ich, ist das kein abstraktes Zukunftsthema mehr.

Meine Frage an euch: Wenn aus 153 in 60 Jahren 107.677 werden können, wie schnell erreicht Deutschland dasselbe Niveau, und baut dann jemand zuerst die Rentenkassen um oder die Haltestellen, die eine 114-Jährige noch braucht?

Schreibe einen Kommentar