Der Buchstabe W ist ein Kind des Untergangs Roms: Nach dem Zerfall des Westens im 5. Jahrhundert mussten germanische Namen in lateinischen Dokumenten erscheinen, und ab dem 6. Jahrhundert begannen Schreiber, für die /w/-Laute zwei U nebeneinander zu setzen, wie die Quelle angibt. Spätestens im 11. Jahrhundert war daraus unser heutiges W geworden, so der Text.
- 451: Die Römer konnten laut Quelle Attila den Hunen nur dank der Foederati abwehren, vertragsgebundener Völker, die dafür Land und Nahrung bekamen.
- 5. Jahrhundert: Das Weströmische Reich zerfiel laut Quelle in ein Patchwork aus neuen Reichen und Herrschern; je mehr Macht die regionalen Anführer hatten, desto weniger blieb Kaiser und Zentralstaat.
- Altenglisch: Die Quelle nennt außerdem das Runenzeichen Ƿ, Wynn genannt, als Teil der W-Geschichte.
Und ja, als Entwicklerin fällt mir zu dieser Meldung sofort die falsche Analogie ein: Zwei U, die sich nicht einigen konnten, wurden kopiert, nebeneinander gestellt, und irgendwer hat’s akzeptiert, bis daraus ein Buchstabe wurde. Kein Changelog, kein Review, dafür ein Buchstabe, der uns bis heute geblieben ist. So stelle ich mir die Schreibstuben der Zeit vor, und das beruhigt mich, wenn ich an mein letztes Refactoring denke.
Diese Meldung kommt von lithub.com, der Text ist von Danny Bate und datiert laut Quelle vom 25. Juni 2026. Solide Recherche, wie ich sie sehe, mit den Eckdaten, die eine solche Randfrage braucht. Etwas fehlt mir trotzdem: Mein Auszug bricht mitten im Satz ab, und genau das Ende der Geschichte, wie aus der Schreiberei ein Standard wurde, liegt außerhalb meines Ausschnitts.
Und jetzt die Frage, die mich nicht loslässt: Wenn aus einer bloßen Schreiberei zweier U ein Alphabet-Mitglied wurde, wie viele unserer Buchstaben sind dann echte Erfindungen, und wie viele nur überlebte Notlösungen, die zufällig blieben?