DOI für jeden Blogpost: Rogue Scholar im Check

Mit Rogue Scholar kann jeder neue Post auf einem persönlichen Blog automatisch eine eigene DOI bekommen. Eine DOI ist ein eindeutiger, dauerhafter Kennzeichner für genau einen Text, sie zeigt auch dann noch auf den Artikel, wenn sich Domain oder Adresse ändern. Umgesetzt hat das Terence Eden auf seinem Blog unter shkspr.mobi, und die Anleitung, die hinter dieser Meldung steckt, ist laut der Seite rund 2.150 Wörter lang und wurde bisher etwa 2.495 mal aufgerufen.

Für alle, die nie in der Wissenschaft gestanden haben: Eine DOI ist so etwas wie eine amtliche Hausnummer für einen Text, unverwechselbar, und sie bleibt, selbst wenn das Haus umzieht. Nützlich wird das vor allem, wenn andere den Text zitieren wollen, der Verweis sollte auch in fünf Jahren noch hinführen. Eden schreibt, seine Posts würden regelmäßig in wissenschaftlichen Papers, Büchern, auf Konferenzen und in Nachrichtenartikeln referenziert, und genau solche Zitate vertragen keine toten Links.

Was macht Rogue Scholar konkret?

Rogue Scholar erzeugt für jeden neuen Blogbeitrag automatisch eine eigene DOI, der Blogger muss nichts von Hand beantragen. Ältere Beiträge lassen sich manuell nachreichen. Die DOI kann zusätzlich ins HTML des Posts eingebettet werden, damit sie dort überhaupt auffindbar ist. Bei Edens WordPress-Blog trägt laut Quelle jeder neue Post beim Veröffentlichen schon seine Nummer.

Auch der Weg dorthin hat was. Vor Jahren hat sich Eden einen ISSN für den Blog besorgt, eine Nummer, die eine Veröffentlichung als solche eindeutig identifiziert, und einen ORCID, der Personen auseinanderhält. Sein Beispiel aus der Meldung: „Einstein, A.“ als berühmter Physiker, und ein gewisser Allen, der in Paraguay invasive Schnecken erforscht, der aber offenbar auch als „Einstein, A.“ bezeichnet wird. Wenn man so ein Beispiel liest, versteht man sofort, wieso Namensverweise im Zitatwesen ein Dauerproblem sind.

Und wo zwickt es?

Hier wird die Meldung ehrlicher, als man es von einer Anleitung erwarten würde. Eine ganze Reihe möglicher Nachteile steht in der Aufzählung, im Ausschnitt, den ich vor mir habe, nur als Stichworte. Die Argumente dazu gibt es im Original, hier ein paar der Punkte:

  • Kontrollverlust
  • Zitate nachverfolgen
  • Lizenzen
  • Verifizierung
  • Inhalte ausschließen oder löschen
  • und die letzte, große Frage: lohnt sich das überhaupt?

Mein Stand nach dem Lesen: Für Blogs, die regelmäßig von der Wissenschaft zitiert werden, ist eine eigene DOI der sauberste Verweis, den man anbieten kann, er verrottet nicht, während sich Adressen ändern. Ob das für jeden Blog stimmt, weiß ich nicht, und die Antwort auf die Frage, ob sich das lohnt, steht in einem eigenen Abschnitt der Meldung, den ich hier nicht mitliefern kann. Eine Frage bleibt: Wird der nächste Verweis auf deinen Blogtext über eine DOI laufen, oder reicht der nackte Link?

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