Die koreanische Lernplattform AIDAN (aidan.agentcat.app) schickt Leute in 14 Lerntracks durch KI-Grundlagen, Frage-Techniken und Büro-Automatisierung. Täglich stehen 10 kostenlose Übungsfragen ohne Registrierung bereit, und die Prüfung zum Weißgurt kostet 3,99 US-Dollar (circa 3,70 Euro) pro Versuch, wie die Quelle angibt. Diese Meldung tauchte Anfang dieser Woche über news.hada.io auf.
- Tägliches Training: 10 Fragen, rund 15 Minuten, ohne Konto, laut der Quelle komplett gratis.
- Lernmaterial: als Web-Leser und PDF in Koreanisch, Englisch, Japanisch und Chinesisch.
- Aufstiegsprüfung: 25 Fragen in 35 Minuten, Bestehensgrenze 70 von 100 Punkten, beaufsichtigt, 3,99 US-Dollar pro Antritt.
- Mock-Prüfung: 25 Fragen, 35 Minuten, kostenlos in der App.
Was prüft AIDAN im Weißgurt eigentlich?
Der Weißgurt prüft Verständnis, kein Programmieren. Fünf Bereiche laut Quelle: Wie generative KI funktioniert und wo sie an Grenzen stößt (25 Prozent der Fragen), wirksame Anweisungen und iterative Verbesserung (25 Prozent), Auswahl von Produktform und Funktionen (20 Prozent), verantwortungsvolle Nutzung und Daten (15 Prozent) sowie Einführungswert und Organisation (15 Prozent). Tokens, Kontextfenster, Halluzinationen, Prompt-Aufbau, Datenhaltung: Das soll man erklären und einordnen können. Code, Systemdesign und Modelltraining sind ausdrücklich nicht dabei.
Das Gürtelsystem hat mich erstmal schmunzeln lassen. Erst Weißgurt, dann Aufstieg, Bewertung in neun Grade, alle Fragen im Fünf-Antworten-Multiple-Choice auf einem OMR-Antwortbogen. Ich habe beim Lesen kurz an meine Fahrschul-Unterschriftenskizzen auf so einem Bogen gedacht. Trockener Witz beiseite: Der formale Rahmen ist offensichtlich gewollt, die Plattform bietet sogar eine Zertifikatsabfrage an.
Lohnt sich eine KI-Prüfung für umgerechnet rund 3,70 Euro?
Für den Preis einer Brezel eine beaufsichtigte 25-Fragen-Prüfung mit neun Gradesystem zu schreiben, ist günstig, zumal Training und Mock-Prüfung nichts kosten. Die ehrliche Kehrseite: Wenig Anerkennung. Die Quelle nennt keine unabhängige Institution hinter dem Zertifikat, und ob ein Arbeitgeber in Deutschland je nach einem KI-Weißgurt fragt, weiß heute niemand. Als strukturierter Lernpfad mit vier Sprachen ist das Angebot trotzdem solider als die üblichen zwanzig kostenlosen YouTube-Playlists ohne jeden roten Faden.
Kurz beantwortet
Was kostet AIDAN? Tägliches Üben und Mock-Prüfung sind gratis, die beaufsichtigte Aufstiegsprüfung kostet 3,99 US-Dollar (circa 3,70 Euro) pro Versuch, wie die Quelle angibt.
Brauche ich Programmierkenntnisse? Nein. Die Quelle stellt klar: Kein Code, kein Systemdesign, kein Modelltraining, Zielpublikum sind Beschäftigte, Manager, PMs und Geschäftsführungen.
Die Original-Meldung verlinkt direkt auf die Track-Seite von aidan.agentcat.app, dort stehen auch Prüfungsmodus und Bereichsgewichte.
Offen bleibt für mich eine andere Frage: Wenn eine geprüfte KI-Grundlage ausgerechnet auf einem OMR-Bogen im Multiple-Choice Format stattfindet, wie gut misst so ein Bogen dann wirklich, ob jemand später im Büro halblange Prompts verantwortungsvoll statt blind einsetzt?