Bodenwertsteuer 2026: Virginia und Kentucky machen den Weg frei

Zwei US-Bundesstaaten haben 2026 Gesetze verabschiedet, die es Kommunen erlaubt, Boden höher und Gebäude niedriger zu besteuern: Virginia und Kentucky. Damit wandert die Bodenwertsteuer aus dem Theorieseminar in echte Steuertarife, wie ein Gastbeitrag auf astralcodexten.com vom 24. September 2026 festhält.

Bei „Georgismus“ dachte ich zuerst an einen historischen Roman. Ist aber kein Roman, sondern ein Steuerkonzept aus dem 19. Jahrhundert, das merkwürdig aktuell wird. Der Autor des Beitrags, Lars Doucet, hat auf demselben Blog vor fünf Jahren schon eine dreiteilige Serie dazu geschrieben und schaut jetzt zurück: Was stimmte, was nicht, was hat sich verbogen?

Was ist Georgismus überhaupt?

Georgismus geht auf den Ökonomen Henry George aus dem 19. Jahrhundert zurück. Seine These, in der Quelle so zusammengefasst: Fortschritt und Armut hängen widersinnigerweise zusammen. Verbessern sich die Lebensumstände in einer Gegend, können Grundstücksbesitzer mehr Miete für Standortvorteile verlangen, die sie selbst nicht geschaffen haben. Wer über dem lokalen Durchschnitt verdient (die Quelle nennt Software-Ingenieure), hält dagegen Schritt, Lehrerinnen und Servicekräfte werden dagegen aus ihren Wohnungen verdrängt.

Was hat sich seit dem ersten Text geändert?

Eine Menge, lautet die Kurzbilanz des Beitrags. 2021 gewann Doucet mit einer Besprechung von Georges Hauptwerk den ersten Buchkritik-Wettbewerb des Blogs, heute arbeitet er laut Quelle hauptberuflich für das Center for Land Economics. 2026 sind in zwei US-Bundesstaaten Gesetze durchgekommen, die die Bodenwertsteuer auf kommunaler Ebene überhaupt erst ermöglichen. Dazu meldet der Beitrag Wahlsiege landwertsteuerfreundlicher Politiker in Großbritannien und Südkorea. In Virginia und Kentucky dürfen Kommunen nun zweistufig besteuern: niedriger Satz auf Gebäude, hoher auf Boden.

Und, funktioniert das jetzt?

Eine fertige Antwort gibt es hier nicht, und das sagt die Quelle selbst so: Der Beitrag will nach fünf Jahren prüfen, was recht hatte, was nicht und wie die Aussichten 2026 stehen. Auffällig finde ich den Strategiewechsel zu kommunalen Experimenten, den die Meldung antippt. Details bleiben in dem Text aber dünn gesät, konkrete Mietergebnisse gibt es aus den beiden Bundesstaaten schlicht noch nicht. Ohne Zahlen bleibt die Wirkung erst mal Theorie mit guter Publicity.

Kurz beantwortet

Wird die Bodenwertsteuer gerade ernst? Ja: 2026 haben laut Quelle zwei US-Bundesstaaten Gesetze verabschiedet, die Kommunen die Wahl lassen. In Großbritannien und Südkorea wurden zudem landwertsteuerfreundliche nationale Spitzenkräfte gewählt.

Warum überhaupt Boden statt Gebäude besteuern? Weil George Standortvorteile für gemeinschaftlich geschaffen hält. Die zweistufige Steuer in Virginia und Kentucky senkt den Satz auf Gebäude und erhöht ihn auf Boden, wie die Quelle beschreibt.

Der vollständige Rückblick von Gastautor Doucet läuft bei Scott Alexander auf astralcodexten.com, inklusive seiner Revisionen. Meine Interpretation: Die Debatte ist von der Theorie- auf die Kommunalebene gekippt, und dort zählt am Ende nur, was die erste Experiment-Kommune tatsächlich erlebt. Wird die erste Gemeinde in Virginia oder Kentucky, die auf zweistufige Besteuerung umstellt, ihre nächste Wahl mit den neuen Grundsteuerbescheiden überleben?

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