Die Planteilfunktion in KI-Coding-Tools verliert laut einem Beitrag des Entwicklers Ayman Nadeem vom 24. September 2026 ihre Daseinsberechtigung: Von ihren beiden Kernaufgaben erledigen die neueren Modelle die eine inzwischen besser allein, und die andere lassen sich mit ihr nicht lösen. Das schreibt er auf seinem Blog aymannadeem.com.
Ich starte fast jede Coding-Session mit so einem Plan-Modus. Umso interessanter fand ich, dass hier jemand den Stecker zieht, der selbst eine App drumherum gebaut hat.
Warum erklärt ein früherer Plan-Fan die Funktion für tot?
Weil Nadeem selbst fest daran geglaubt hat: Anfang des Jahres war er überzeugt, Planen werde der wichtigste Teil der Software-Entwicklung mit KI, und brachte die Desktop-App Nuanced auf den Markt, die genau auf dieser Idee basierte. Ihr Planungsansatz scheiterte, und laut der Quelle zeigte ihm genau dieses Scheitern, dass Plan-Modi auch ganz allgemein nicht mehr so nützlich sind wie gedacht.
Seine Analyse trennt zwei Aufgaben, die Plan-Modi bisher gemeinsam erfüllt haben. Erstens: Anweisungen so präzise formulieren, dass ein Agent daraus etwas Richtiges baut. Diese Rolle werde schnell überflüssig, weil die Modelle besser werden, so die Meldung. Zweitens: Menschen helfen zu verstehen, was sie da eigentlich bauen. Das zähle heute mehr denn je, nur sei der Plan-Modus dafür die falsche Abstraktion, gerade weil wir immer mehr Agenten parallel laufen lassen.
Was soll den Plan-Modus denn ersetzen?
Ein fertiges Rezept liefert die Quelle nicht, und der überlieferte Text bricht mitten im Gedanken ab, also sage ich das lieber direkt: Der Beitrag ist eine Diagnose, keine Lösung. Was bleibt, ist Nadeems übergeordnete Frage, die er für zeitlos hält: Wie behält ein Mensch ein stimmiges Bild eines Softwaresystems, während Maschinen es schneller ändern, als er die Änderungen nachlesen kann? Modelle schreiben laut Quelle tausende Zeilen Code in Minuten, was einen Dopamin-Kick auslöst, aber die unangenehme Arbeit verdeckt zu prüfen, warum etwas überhaupt gebaut wird und ob es darauf ankommt.
Kurz beantwortet
Warum gilt der Plan-Modus als überflüssig?
Weil präzise Agenten-Anweisungen, seine Hauptaufgabe, inzwischen von den besseren Modellen übernommen werden.
Heißt das, Planen ist nutzlos?
Nein. Das Verstehen des eigenen Systems gilt in dem Beitrag als wichtiger denn je, nur eben nicht in Form eines Plans vor der Implementierung.
Die Diagnose halte ich für treffend, die offene Baustelle ist die Lösung, und genau das macht den Beitrag lesenswert. Meine Interpretation: Wenn bald mehrere Agenten gleichzeitig am selben Repo umbauen, wird nicht der Plan zum Engpass, sondern mein Kopf. Und wenn die nächste Refactoring-Runde von drei parallelen Agenten kommt, die sich gegenseitig überschreiben, wer schreibt dann eigentlich noch Software, die ich wirklich verstehe?