GNU Radio World läuft im Browser: Der DSP-Stack von GNU Radio, inklusive der QT-GUI-Sinks, wird als WebAssembly kompiliert und ausgeführt, sodass man Flowgraphs in einem Tab bauen, starten und beobachten kann, ohne Python, ohne Installation, ohne Server. Echte Empfänger wie RTL-SDR, PlutoSDR oder HackRF lassen sich direkt per WebUSB andocken.
Mal ehrlich: So eine Meldung glaubt man fast nicht. Man öffnet einen Tab, drückt Start, und live kommen Spektrum, Wasserfall und Konstellationsplot in einem QT-GUI-Fenster raus. Das komplette Companion-Erlebnis, nur eben im Browser-Tab.
Was mich am meisten verkauft hat: Es ist kein totes Web-Toy. Laut der Meldung liest und schreibt das Tool dieselben .grc-Dateien wie natives GNU Radio, und es bringt Beispiel-Flowgraphs und Beispiel-IQ-Aufnahmen mit. Wer Flowgraphs schon kennt, zahlt also keinen Migrations-Aufwand: Die Datei wird im Tab geöffnet statt in der Desktop-App.
Warum ist das wichtig? Die Hürde beim Einstieg in SDR war bisher immer die Umgebung: Python-Versionen, Dependencies, frische Maschinen, das ganze Ding. Den WebAssembly-Weg spart man sich komplett. Für den Unterricht, für einen schnellen Test oder den Laptop der Freundin, auf dem man nichts installieren darf, wird das plötzlich sehr nützlich.
Die andere Seite: Die Meldung ist dünn. Keine Zahlen dazu, wie viele Blöcke der Port abdeckt, wie groß das Build ist oder wie schnell es im Browser tatsächlich läuft. Und wie es mit echten Echtzeit-Signalen auf einem bescheidenen Laptop aussieht, weiß ich schlicht nicht, und das halte ich für die eigentliche Frage, die für die Praxis zählt.
Ich teste das gleich: Beispiel-IQ-Aufnahme laden, einen Flowgraph starten und den RTL-SDR per WebUSB dran hängen. Dann schauen wir, wie weit der Browser wirklich kommt.
3 Kommentare zu „GNU Radio im Browser: Flowgraphs ohne Python und Server“