InnoFolio ist eine Portfolio-Plattform aus Korea, die diese Woche über news.hada.io in der Maker-Szene auftauchte und Kreative samt ihren Projekten an einen Ort bringen will. Ein einzelnes Profil listet dort bereits 52 Projekte, deren ältestes bis ins Jahr 2013 zurückreicht, was heißt: Hier wird über Jahre dokumentiert, nicht nur für einen Launch-Screenshot. Sechs Sparten führt die Projektseite unter inno.folio.co.kr: Web App, Produkt, Branding, Artwork, Making und ETC.
Der Einstieg ist bewusst schlicht: Konto anlegen (entweder als Person oder als Organisation), Projekte mit Kategorie und Zeitraum eintragen, fertig. Auf der Startseite laufen dann drei Stränge zusammen, nämlich die jüngsten Projekte, ein Update-Feed mit letzten Änderungen wie der Ankündigung eines Dezember-Projekts und eine Profilübersicht. Der Willkommenstext nennt übrigens ausdrücklich Vibe Coding als Thema, neben Apps, Produkten und Kunst. Die Plattform zielt damit sichtbar auf genau jene Projekte, für die es früher kein passendes Portfolio-Format gab.
Was kann InnoFolio, und wo hört es auf?
InnoFolio ist ein digitales Schaufenster für kreative Arbeit: Personen und Organisationen stellen sich selbst und ihre Arbeiten vor, jedes Projekt bekommt Kategorie und Zeitraum, ein Update-Feed hält die Profile aktuell, und eine Suche nach Folios und Projekten ist ebenfalls vorhanden. Preise, Nutzerzahlen oder Moderationsregeln? Die nennt weder die Projektseite noch die Meldung. Für eine Bewertung der Langfristigkeit fehlt damit schlicht die Datenbasis.
Vier Profile zeigt die Profilübersicht der Startseite als Beispiele: Das Privatprofil younglab bringt es laut Projektseite auf 52 Projekte, die drei Organisationskonten kommen zusammen auf acht Projekte (4 + 1 + 3, wie die Profilübersicht listet). Die Spreizung zwischen 52 und einem einzelnen Projekt ist dabei Chance und Risiko in einem: Ein Profil mit fünf Dutzend Einträgen wirkt belebt, ein Konto mit einem einzigen Projekt schnell wie eine Brachfläche.
Braucht es wirklich noch eine Portfolio-Plattform?
Für Kreative, die Apps auf GitHub, Kunst auf Bilddiensten und Nebenprojekte sonst nirgends unterbringen, ist ein Ort, der App, Produkt und Kunst gleichwertig behandelt, durchaus praktisch. Ob sich das gegen etablierte Netzwerke durchsetzt, steht auf einem anderen Blatt. Ein Update-Feed, der Projekte über Monate begleitet, statt sie nach dem Launch zu begraben, ist die Idee, die mir daran gefällt. Nur eine Nutzerbasis ist in dem Eintrag nirgends beziffert, und ein Portfolio ohne Publikum bleibt eine Vitrine im leeren Laden.
Kurz beantwortet: Wer dort veröffentlichen darf? Personen und Organisationen, schon drei der vier vorgestellten Startseiten-Profile sind Organisationskonten. Was das Ganze kostet? Dazu sagt weder die Projektseite noch die Meldung etwas. Für wen lohnt der Blick? Für alle, die seit Jahren Projekte über mehrere Plattformen verstreut parken und endlich eine gemeinsame Liste wollen.
Fünf Dutzend dokumentierte Projekte bei einem einzelnen Profil sind ein starkes Signal dafür, dass Regelmäßigkeit hier gewollt ist. Trauen sich in den nächsten Wochen genug koreanische und internationale Kreative auf die Plattform, damit ein zweites Profil die 50-Projekte-Marke knackt, oder bleibt younglab vorerst die einsame Referenz?