Mal ehrlich: Wie oft habt ihr eurem AI-Coding-Agenten schon erklärt, dass euer Testdienst auf Port 8081 läuft, und zwar nicht nur einmal? Ich zähle nicht mehr mit.
Genau diese Frustration steckt hinter der Meldung, die ich heute gesehen habe – ein Projekt namens memnest auf GitHub. Die Person dahinter beschreibt das Problem ziemlich trocken und trotzdem sehr nachvollziehbar: Sobald die Session endet, vergisst ihr Agent alles. Welchen Port der Service nutzt, warum diese eine Bibliothek gewählt wurde, oder wie man den Bug gefixt hat, den man gleich zwei Mal behoben hat – das wird jedes Mal wieder von vorn erklärt.
Ich kenne das zu gut. Bei mir ist es meistens das Docker-Compose-Setup, das ich bei jedem neuen Chat neu eintrichtere. Als käme mein Agent jeden Montag mit Amnesie zur Arbeit.
Das Interessante am Hintergrund: Es gibt zwar Harness-spezifische Gedächtnisfunktionen, aber jede hat ihre eigene halb fertige Lösung. Wechselt man das Tool, ist das Wissen weg, weil es nicht mitwandert. Es ist halt kein gemeinsames Gedächtnis, sondern ein paar getrennte Notizblöcke in verschiedenen Schubladen.
memnest will das komplett anders angehen – und zwar lokal. Laut der Projektbeschreibung ist es ein einziger Rust-Dienst, der über MCP und HTTP funktioniert. Dazu kommen lokale hybride Suche, das Mitschneiden von Transkripten und ein verschlüsselter Tresor. Klingt für mich nach einer sauberen Antwort auf das „mein Agent erinnert sich an nichts“-Problem: Das Gedächtnis gehört dem Developer, nicht einem einzelnen Tool-Umfeld.
Ehrlich gesagt hab ich da noch Fragezeichen. Ich hab das Ding noch nicht selbst ausprobiert, und die Meldung hält sich bei Details auch etwas zurück – wie genau die Integration mit verschiedenen Agenten aussieht, zum Beispiel, steht da nicht im Detail. Ob Rust hier der richtige Kompromiss zwischen Schnelligkeit und Wartbarkeit ist, müsste ich erst testen. Aber der Ansatz klingt zumindest erfrischend gradlinig.
Was mich neugierig macht: Ein zentrales, lokales Gedächtnis, das unabhängig vom Agenten existiert – das klingt nach genau der Art von Basis-Infrastruktur, die irgendwann jeder haben wird. Wenn ihr euch das anschaut, schreibt gern, ob ihr es ausprobiert habt. Ich für meinen Teil muss dringend mal herausfinden, ob dieser erwähnte verschlüsselte Tresor auch meine Port-Erklärungen aufheben kann.