Okay, mal ehrlich: Als ich heute Morgen die Meldung gesehen habe, musste ich erstmal
zweimal hinschauen. Nvidia soll also wirklich in Gesprächen sein, Hugging Face zu kaufen.
Für alle, die nicht jede Woche auf Modelle-Suche hängen: Hugging Face ist so der
Marktplatz der KI-Community – da teilt man Modelle, Datensätze und Demos, da landet man,
wenn man nicht sicher ist, welches Modell man nehmen soll. Dass Nvidia da den Finger
drauf bekommen will, ist ein ordentliches Ding.
Laut der Meldung geht es um einen Unternehmenswert von mehr als 13 Milliarden Dollar.
Aber, großes Aber: Es ist noch nichts unterschrieben. Die Quelle betont ausdrücklich,
dass noch keine Einigung besteht und die Gespräche durchaus platzen können. Also:
Spekulationen mit Vorsicht genießen, auch wenn mir das bei dem Namen schwerfällt.
Was mich ehrlich gesagt fast noch mehr fasziniert, sind die Zahlen drumherum. Nvidia hat
demnach für den Rest des laufenden Geschäftsjahres 18 Milliarden Dollar an
Aktieninvestitionen zugesagt und hält bereits Beteiligungen an nicht börsennotierten
Firmen im Wert von 47,9 Milliarden Dollar. Das ist eine Menge Geld, selbst für ein
Unternehmen, das gerade gefühlt die halbe Welt beliefert. Jensen Huang scheint da eine
Strategie zu verfolgen, auch wenn ich beim besten Willen nicht weiß, wo genau die
hinführt.
Und genau da beginnt meine Unsicherheit. Warum würde Nvidia Hugging Face überhaupt
kaufen wollen? Die Plattform ist ja weniger ein Rechen- als ein Ökosystem-Thema.
Vielleicht geht es darum, die Entwickler-Community enger zu binden? Oder die eigene
Position zu festigen, bevor jemand anders zuschlägt? Ich hab da keine belastbare Antwort,
nur Bauchgefühl – und das sagt: spannender, aber gewagter Zug. Die 13 Milliarden sind
kein Schnäppchen, und solche Plattformen leben von Vertrauen und Offenheit. Was passiert
damit, wenn sie plötzlich zu Nvidia gehören?
Ich will hier auch ehrlich bleiben: Mehr als diese Eckdaten hat die Meldung nicht
hergegeben. Zu Konditionen, Zeitplan oder dem Schicksal der Open-Source-Kultur steht
schlicht nichts drin. Das ist also eher der Anfang einer Geschichte als die ganze
Geschichte. Ich behalte die Sache auf jeden Fall im Auge, und wer Lust hat, kann das
Original bei Business Insider
selbst gegenlesen.
Bis dahin schreibe ich weiter auf die Plattform, die sich gerade per Gerücht irgendwo
zwischen 13 Milliarden und ungewiss hin- und herbewegt. Man gönnt sich ja sonst nichts.