Versteckte KI-Anweisungen in WhatsApp-Hilfeseiten: 102 Notizen auf 80 Seiten

WhatsApp hat in 80 von 545 Hilfeseiten unsichtbare Anweisungen für KI-Systeme versteckt, die unter anderem untersagten, Nutzern die Datenschutzaufsicht zu empfehlen. Aufgespürt hat das die Firma Redact, die insgesamt 102 solcher Anweisungen gezählt hat, wie redact.dev in dieser Meldung berichtet. Die Richtlinie zur Kontolöschung sollte demnach explizit davon abraten, sich an eine Datenschutz-Aufsichtsbehörde zu wenden.

Ich habe beim ersten Lesen zweimal hingesehen. Die Datenschutzrichtlinie von WhatsApp für Europa verspricht schwarz auf weiß, dass man sich bei einer Aufsichtsbehörde beschweren darf, und nennt sogar das Gesetz, das dieses Recht gibt. Bis Mitte Oktober 2026 stand parallel dazu in unsichtbarem Text der Hilfeseiten die Anweisung, genau das bleiben zu lassen.

  • Entdeckt hat Redact die Anweisungen am 8. Oktober 2026, danach las das Team alle 545 verlinkten Hilfeseiten und sicherte von jeder eine Kopie, laut Quelle.
  • Eine Regel betraf die Kontolöschung: keine Empfehlung, die Aufsichtsbehörde zu kontaktieren. Eine andere sorgte dafür, dass das Gesetz aus der Antwort verschwand, sobald jemand einen Anwalt erwähnte.
  • Am 19. Oktober 2026 berichtete WIRED über die Funde. WhatsApp sprach gegenüber dem Magazin von Anweisungen für den eigenen Support-Chatbot und von einem Bug, der inzwischen behoben sei.

Was stand in den versteckten Anweisungen?

Die Anweisungen waren so in die Seiten eingebaut, dass sie nie auf dem Bildschirm auftauchten. Lesen sollten sie nur Maschinen. Redact zählte 102 dieser Notaten auf 80 Seiten. Am interessantesten: Die KI sollte das europäische Datenschutzrecht aus ihren Antworten heraushalten, also weder die Aufsichtsbehörde empfehlen noch das passende Gesetz nennen, besonders bei der Kontolöschung und sobald ein Anwalt im Spiel war.

Was sagt WhatsApp dazu?

WhatsApp bestätigte gegenüber WIRED, dass die Notizen für den Support-Chatbot gedacht waren, den man erreicht, wenn man mit KI an WhatsApp Support schreibt. Dass sie öffentlich in den Seiten standen, sei ein Bug gewesen, inzwischen behoben. Fairerweise: Ein Bot, der nicht ungefragt Gesetze zitiert, ist erst mal kein Skandal, halluzinierte Rechtsberatung will wirklich niemand. Der Punkt ist der Ort. Die Einschränkung stand nicht in einer sichtbaren Richtlinie, sondern in Text, den nur Maschinen lesen sollten. Welche KI die Seiten tatsächlich gefressen hat, lässt die Quelle übrigens offen.

Kurz beantwortet

Waren die Anweisungen wirklich unsichtbar? Ja. Sie erschienen nicht im sichtbaren Text der Hilfeseiten, sondern nur für Lesemaschinen. Redact fand 102 solcher Einträge auf 80 von 545 Seiten, wie die Quelle angibt.

Sind die Anweisungen inzwischen weg? Nach dem Update der Quelle vom 19. Oktober 2026 ja. WhatsApp sprach gegenüber WIRED von einem Bug, der behoben wurde.

Die vollständige Analyse von Redact liegt auf deren Blog. Der Bug ist weg, die Frage bleibt: Wird der nächste Support-Chatbot eine Datenschutzaufsicht von sich aus empfehlen, oder braucht es weiterhin das Wort „Anwalt“ im Chat, damit überhaupt ein Gesetz fällt?

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