Echtzeit-Sonnensystem mit 527.080 Himmelskörpern und allen verfolgten Satelliten

Auf space.bl2.net ist ein Echtzeit-Abbild des Sonnensystems online, das laut der Quelle 527.080 Himmelskörper durchsuchbar macht: Asteroiden, kleine Planeten, dazu Satelliten und Raumsonden, jeweils mit eigenen Infos und Bahnkurve. Diese Meldung kursiert gerade über die Hacker-News-Community, und ich hatte beim ersten Laden kurz Respekt vor dieser Liste. Ist aber schöner, als sie klingt.

  • 527.080 Objekte des Sonnensystems lassen sich laut Quelle einzeln aufrufen, mit Detailkarte und Orbit.
  • Bei den Satelliten führt die Seite zwei Klassen: 19.879 mit bekannten Bahndaten, 15.265 nur mit angenähertem Standort.
  • Ohne veröffentlichte Bahn rechnet der Dienst aufsteigenden Knoten und Phase als Näherung, wie die Quelle einräumt.

Was ist Space Now eigentlich?

Space Now ist laut der Quelle ein Web-Dienst, über den sich die 527.080 Objekte des Sonnensystems plus Satelliten und Raumsonden durchsuchen lassen. Zu jedem Treffer gibt es eine Karte mit Infos und die zugehörige Bahn; per Doppelklick fliegt die Kamera direkt zum Körper. Die Oberfläche erscheint in der Quelle unter anderem auf Russisch, funktioniert aber komplett über Maus und Tastatur, man muss also keine Fremdsprache können, um mitzufliegen.

Der mitgelieferte Quelltext ist übrigens dünn: ein paar Zeilen Funktionsbeschreibung, dann die Bedienhinweise. Für mehr als die genannten Zahlen reicht es nicht, also bewerte ich hier auch nur, was schwarz auf weiß dasteht.

Wie verlässlich sind die angezeigten Satellitenpositionen?

Die ehrliche Antwort lautet: halb und halb. Wie die Quelle angibt, sind 19.879 Satelliten mit echten Bahndaten erfasst, 15.265 dagegen nur mit ungefähren Positionen, und ohne publizierte Bahn sind aufsteigender Knoten und Phase bloß Näherungswerte. Wer die Daten für etwas Verbindliches nutzen will, sollte deshalb zuerst prüfen, in welcher Klasse das Objekt überhaupt geführt wird.

Gesteuert wird wie in einem Weltraumspiel: Ziehen dreht die Ansicht, das Mausrad zoomt, WASD bewegt die Kamera, R und F heben und senken sie, Shift macht alles schneller. Das ist charmant, aber die Seite bleibt ein Stöber-Werkzeug mit Einschränkung, kein Katalog für genaue Manöver. Gut gedacht, eben nur so genau, wie ihr Datenbestand hergibt.

Kurz beantwortet

Sehen alle Satelliten hier echte Bahnen? Nein: Von den erfassten Satelliten haben laut Quelle nur 19.879 echte Bahndaten, für 15.265 wird die Position lediglich angenähert.

Wie springe ich zu einem einzelnen Asteroiden? Ein Klick öffnet die Karte mit Infos und Orbit, ein Doppelklick fliegt laut Quelle direkt hin. Gruppennamen lassen sich anklicken, um sie hervorzuheben, das Augensymbol schaltet die Bahnen aus.

Meine Interpretation: Das Spannendste an dieser Seite ist nicht die Grafik, sondern die offene Trennung zwischen echten Bahndaten und Schätzwerten, denn daran misst sich, ob man einer Himmelskarte für mehr als Staunen trauen kann. Was würde passieren, wenn jemand eines Tages ein Ausweichmanöver im Orbit mit den Positionen jener 15.265 Satelliten plant, die hier nur als Näherung stehen?

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