Google baut gerade um, wie Suchergebnis-Links im HTML aussehen: Statt der echten Zieladresse steht in organischen Treffern neuerdings ein Link im Format google.com/goto?url=..., der erst über Google zum eigentlichen Ziel umleitet. Laut der Meldung auf autom.dev tritt das seit Ende August 2026 zuverlässig auf, wenn man nicht eingeloggt ist oder im Privatmodus sucht.
Was anders ist als beim alten Wrapper
Redirekt-Links sind bei Google kein neues Konzept. Die alte Variante google.com/url?q=... stand bisher im HTML und hatte einen entscheidenden Vorteil: Die Ziel-Adresse war direkt im Query-String lesbar. Das goto-Format ist komplett anders. Der Eintrag hinter url= ist eine eigene, Google-spezifische Kodierung und kein simples Base64. Wer das offline entschlüsseln will, hat schlechte Karten. Der Wert wirkt eher wie ein undurchsichtiger Verweis auf Googles Index-Eintrag für die Seite.
Was das fürs Scraping heißt
Den echten Zielort bekommt man nur auf einem anderen Weg: Man fragt den /goto-Pfad an und liest den Location-Header aus, statt dem Redirect zu folgen. Kleine Kopien der URL bleiben trotzdem auf der Seite liegen, weil Google sie für Domain, Favicon und Herkunftskennzeichnung braucht. Laut Quelle ist das aber etwas anderes als das echte Ziel aus dem Location-Header.
Wer also einen Suchindex aus SERP-Daten baut oder auf großer Breite automatisiert Links einsammelt, muss seinen Parser wohl umbauen. Ob das Ganze ein dauerhafter Zustand oder nur ein Experiment mit wachsender Reichweite ist, lässt die Meldung offen.
Was ich davon halte
Die Sache ist für Google clever und für alle mit einer Abhängigkeit von sauberen Links ausgesprochen nervig, schließlich steckt ein Anti-Scraping-Schritt dahinter. Ob das auf Dauer so bleibt und wirklich jeder Suchpfad betroffen ist, dazu liefert die Meldung keine Antwort. Klar ist nur eines: Die Schraube hat sich eine ganze Umdrehung weiter zugedreht.