John Deere verkauft seinen Reparatur-Abo-Dienst Operations Center Pro Service seit gut einem Jahr, doch die Bauern lassen sich kaum darauf ein: Laut der Meldung kommen täglich nur etwa 1.000 Anwender zusammen. Der große Rechte-Kampf ums Selberreparieren hat sich also produkttechnisch gelöst, aber in der Praxis noch nicht durchgesetzt.
Reporter Boone Ashworth durfte es selbst ausprobieren und hat in der Firmenzentrale in Santa Clara im US-Bundesstaat Kalifornien einen Traktor vom Typ 5130ML auseinandergenommen. Na ja, „auseinandergenommen“ klingt zu dramatisch. Ein Sensor, der Feuchtigkeit im Diesel meldet, hatte zwei lose hängende Kabel. Ashworth tippte seine Frage in eine Software, die Anleitung und Bilder passend zur Seriennummer der Maschine anzeigte, drückte die Stecker zusammen, hörte ein zufriedenstellendes Klicken – fertig. Die rote Fehlermeldung am Bildschirm verschwand.
Was ist das überhaupt für ein Dienst?
Der Operations Center Pro Service ist ein Abo, mit dem Besitzer ihre eigenen Maschinen diagnostizieren und reparieren sollen, statt jedes Mal auf die Werkstatt angewiesen zu sein. Genau das ist ja der Kern des jahrelangen Streits: Bauern kaufen einen teuren Traktor und dürfen ihn trotzdem nicht selbst öffnen, ohne Garantieansprüche zu riskieren. Der Dienst ist der Versuch, diesen Kritikpunkt offiziell zu entschärfen.
Warum nutzt ihn kaum jemand?
Genau hier muss ich passen, weil der Quelltext dazu dünn bleibt. Er erwähnt nur, dass Bauern weiterhin skeptisch sind und bei komplexeren Schäden mehr Hilfe erwarten, als ein paar Bildschirm-Anleitungen bieten. Konkrete Zahlen dazu, etwa zu Preisen oder wie viele sich anmelden statt einloggen, nennt die Meldung nicht. Die 1.000 täglichen Nutzer sind aber ein ehrliches Signal: Für einen Konzern wie John Deere ist das eine ziemlich kleine Truppe.
Ich finde die Idee trotzdem gut – nur eben noch längst nicht ausgereift. Dass ein Nicht-Profi mit schlecht sortierter Kabel ablesen kann, wo etwas wackelt, ist ein Fortschritt gegenüber der Zeit, in der man nur an den Händler hätte telefonieren können. Aber die vertrackten Reparaturfälle, die Bauern vor Ort wirklich vom Traktor abhalten, liegen oft tiefer als ein zwickender Stecker.
Mich würde ehrlich gesagt interessieren, ob der Dienst in ein paar Jahren noch existiert und ob sich die Berufsgruppe, für die er gebaut wurde, je begeistert. Lesen kann man den ursprünglichen Erfahrungsbericht bei Wired, dem Bildschirm nutzt ein Journalist dafür sogar einen normalen Laptop.