Ich hab da letztens was gelesen und musste kurz innehalten. Auf GitHub wurden 460.000 Pull Requests untersucht – nur nach Vokabular, ohne den Autor zu kennen. Das Ergebnis: Die Wortwahl verrät mehr, als man denkt. Anfang 2025 fiel nur 0,7 % der PRs in eine bestimmte Stil-Gruppe. Mitte 2026 sind es schon rund 39 %. Was ist da zwischenzeitlich passiert?
Die Gruppe trägt eine Handvoll Wörter mit sich, die ich sofort wiedererkenne: „load-bearing“, „plainly“, „quietly“, „seam“, „byte-identical“. Wer ein bisschen mit KI-Tools arbeitet, hört diese Wörter ständig. „This is load-bearing“ zum Beispiel – ein Satz, den vor ChatGPT kaum jemand geschrieben hätte, und der jetzt zum Alltag gehört. Die Analyse nennt es treffend „the load-bearing vocabulary of Claude“.
Dazu habe ich zwei Gedanken. Erstens: total faszinierend, wie stark Sprache markiert ist. Man kann einen Text quasi an seiner Wortwahl erkennen, ob er von einem Menschen geschrieben wurde oder von jemandem, der den Stil eines KI-Assistenten übernommen hat. Zweitens: ein bisschen gruselig. Stellt euch vor, euer Code-Review-Text wird automatisch auf so eine Signatur gescannt. Ich weiß ehrlich nicht, ob mich das stört oder ob ich es nur witzig finde.
Mal ehrlich, ich bin mir auch nicht sicher, ob die 39 % wirklich heißen, dass so viele Menschen Claude benutzen – oder ob man die Zahlen anders lesen muss. Die Meldung, die ich dazu gesehen habe, war eher knapp. Die eigentliche Analyse von louisabraham.github.io steckt sicher voller Details, die ich hier nur anreiße. Vielleicht lohnt sich ein Blick rein, wenn ihr sehen wollt, wie „verräterisch“ so ein Vokabular wirklich ist.
Auf jeden Fall: Sprache wandelt sich gerade sichtbar vor unseren Augen. Und ich finde es irgendwie cool, dass man das an 460.000 Pull Requests ablesen kann. Mal sehen, welche Wörter wir in zwei Jahren benutzen – vielleicht verrät uns das dann, wer was geschrieben hat.
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